Warum es gesund ist in einem Holzhaus zu leben und was wir noch von den Bäumen lernen können

Am Dienstagabend, den 13.03.2018, drehten sich die Gespräche in der Festhalle Balingen-Ostdorf nur um eines: den Rohstoff Holz.

Der Naturholzpionier und Erfinder der Vollholzbauweise Holz100 Ing. Dr. Erwin Thoma referierte über Holz als Baustoff, die Unterschiede der Qualität aufgrund der Erntezeit und darüber wie Teilen und Teamarbeit die Gesellschaft bereichern kann.

Die Zimmerei Horst Soulier, die Energieagentur Zollernalb, das Naturschutzbüro Zollernalb e.V. und der Zollernalbkreis hatten alle Interessierten eingeladen sich einen Abend näher mit dem etwas in den Hintergrund geratenen Baustoff zu befassen. Der Eintritt war frei und die Halle füllte sich schnell.

Der Leiter des Forstbereichs Balingen Oberforstrat Christian Beck gab als Einstieg einen Überblick über die nachhaltige Forstwirtschaft im Zollernalbkreis, wobei schnell klar wurde, dass im Publikum auch viele Privatwaldeigentümer saßen. Unter dem Titel „Lebensenergie und Gesundheit mit dem Baustoff Holz" nahm Erwin Thoma die rund 200 Besucher dann mit auf eine Reise durch sein Leben und das der Bäume. Der Buchautor und gelernter Förster fesselte das Publikum mit seinem vom Großvater erlernten Wissen und aktuellen Forschungsergebnissen zu den Einflüssen der Holzerntezeit.

Das sogenannte Mondholz, welches bei abnehmendem Mond geschlagen wird, soll nämlich durch eine höhere Dichte nach der Trocknung schädlingsresistenter und weniger brandgefährdet sein. Um letzteres zu zeigen, wurde von der lokalen Feuerwehr vor der Halle eine Mondholzwand 2,5 Stunden beflammt. Nach der Veranstaltung war zwar ein glühendes Loch sichtbar, auf der brandabgewandten Seite war das Holz jedoch nicht einmal warm geworden. Auch die anscheinend sehr gute Dämmwirkung von Vollholzhäusern und ihre Erdbebensicherheit betonte Thoma. Fast philosophisch erzählte er davon, wie sehr wir in unserem chemischen Aufbau Bäumen ähneln und dass die Nähe zu ihnen uns deshalb gesundheitlich so gut tue. Dabei führte er an, dass unser Herz in einem Holzhaus am Tag 8.000-mal weniger Schläge bräuchte als in einem gewöhnlichen Beton- oder Steinhaus. Des Weiteren legte Thoma dar, wie sehr Bäume durch Weitergabe von eigenen Stoffen an andere wiederum auch profitieren. Mit Aussagen wie diesen und eigenen Erfahrungsberichten regte er die Zuhörer zudem dazu an kritischer über unsere bestehenden Wirtschafts- und Konkurrenzsysteme nachzudenken.

Somit war die Veranstaltung für viele sowohl eine kleine Biologiestunde als auch eine Inspiration den Naturstoff Holz und seine Eigenschaften mehr wertzuschätzen.

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